Lichtschein durch Blätter.

Sucht

Das Leben mit berauschenden Substanzen ist so alt wie die Menschheit. Es gab nie eine Kultur ohne Drogen und es gibt auch keine Hinweise, dass es in Zukunft eine rauschfreie Gesellschaft gibt. Wurden in alten Kulturen eher Substanzen aus der Natur benutzt (Opiate, Hanfprodukte, Cocablätter, Stechapfel, Fliegenpilze u.ä.) so spielen Alkohol (Bier, Wein) ab Beginn unserer Zeitrechnung und seit der Industrialisierung, immer mehr synthetische Drogen (Psychopharmaka) eine Rolle.

Über die Bewertung als legale bzw. illegale Droge versuchten Gesellschaften immer wieder bekannte Formen des Missbrauchs einzudämmen, mit zweifelhaftem Erfolg. Die Prohibition in den USA war gleichzeitig die Geburtsstunde der organisierten Kriminalität.

Selbstverständlich muss eine Gesellschaft auch über eine Legalbewertung deutlich machen, welches Verhalten sie will und welches nicht.

Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass „unsere“ legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente, obwohl gesellschaftlich seit Hunderten von Jahren integriert, ein Missbrauchspotential haben und ein hoher Anteil unsere Mitmenschen suchtkrank sind.

Wir stehen in Deutschland an der Spitze der Alkoholkonsumierer und man schätzt, dass 10 % der Bevölkerung suchtkrank sind. Laut DHS (Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren) sterben mehr als 70.000 Menschen pro Jahr durch zu viel Alkohol. Durch das Rauchen kommen 110 000 bis 143 000 Menschen verfrüht zu Tode.

Missbrauch und Abhängigkeit von Drogen und Suchtmitteln aller Art haben sich auf sehr hohem Wert eingependelt (Jahrbuch Sucht 2006). Dazu kommen süchtige Verhaltensweisen sog. nicht stoffgebundene Süchte, wie z.B. die pathologische Spielsucht oder Essstörungen, die sich unabhängig einer Zuordnung in legale oder illegale Verhaltensweisen etabliert haben.

Neben dem volkswirtschaftlichen Nutzen (Gewinn, Arbeitsplätze in der Bierbranche, dem Wein-/Spirituosenhandel, der chemischen Industrie, Werbebranche) sowie den Steuereinnahmen des Staates (3,5 Mrd. Euro jährlich Einnahme an Alkoholsteuern) stehen geschätzte 40 Mrd. Euro volkswirtschaftliche belastende Mittel gegenüber (Unfälle, kriminelle Handlungen, Krankheitsausfälle, Behandlungs- und Rehakosten etc.).

So wie die Sucht ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, so müssen auch alle gesellschaftlichen Kräfte aktiviert werden, um mit diesem Problem verantwortlich umgehen zu können.

Die Stiftung Suchthilfe Mainz sieht dabei auch die Betroffenen und ihre Angehörigen im Fokus.

Beispiele:

» Kleine Hilfen " große Wirkung

» Aktivitäten der Stiftung Suchthilfe