Häufige Fragen und Antworten zum Thema Alcopops

Wie wirken Alcopops?

Der „Wirkstoff“ in Alcopops ist der Alkohol. Die Aufnahme des Alkohols in den Körper wird durch den hohen Zuckeranteil (1 Flasche Alcopops hat über 200 kcal) und die Kohlensäure noch beschleunigt.

Die meisten Wirkungen des Alkohols sind wohl bekannt (von Enthemmung über Selbstkritikunfähigkeit bis zur Betäubung). Für junge Menschen sind besonders die Kurzeitnebenwirkungen auffällig: eingeschränkte Seh-, Hör- und Konzentrations-leistungen. Daher liegt die Fahruntüchtigkeitsgrenze zzt. bei 0,5 Promille. In der Diskussion ist eine Absenkung auf 0,2 Promille, da besonders auf Grund der Konzentrationseinschränkung und Enthemmung junger Menschen sehr viele an Verkehrsunfällen und Schlägereien beteiligt sind.

Die Promillegrenze (Blutalkoholspiegel) kann folgendermaßen berechnet werden:
Getrunkene Menge in Gramm (wobei 1 l Bier und 0,5 l Wein ca. 40 g Alkohol haben) geteilt durch das Körpergewicht (kg) mal 0,6 bei Frauen bzw. mal 0,7 bei Männern.

Zur Erinnerung: In einer Flasche Alcopops sind bis zu 25 g Alkohol!

Bekannt sind sicher auch Alkoholvergiftungen bei Überdosierung (ab ca. 3,0 Promille), die auch zum Tod führen können. In vielen Fällen gehört der „Kater“ am nächsten Morgen dazu (Wirkung an unseren Beispielen).

Gibt es Unterschiede in der Wirkung von Alcopops bei Mädchen und Jungen?

Durch die Süße wird der oft bittere Geschmack des Alkohols überdeckt und so konnte besonders bei Mädchen der Konsum von Alkohol gesteigert werden. Beim Abbau des Alkohols im Körper sind Mädchen benachteiligt. Bedingt durch ihre meist geringere Körpergröße und den höheren Körperfettanteil sowie hormonelle Bedingungen sind sie gesundheitlich mehr bedroht. Gefäß- und Organschäden besonders an Leber und Gehirn sind festzustellen.
Bisher trinken junge Männer mehr und häufiger Alkohol.

Kann man den Abbau des Alkohols beschleunigen?

Weder frische Luft, Kaffee, Vitamine oder Medikamente, noch bestimmte Ernährung können den Alkoholabbau beschleunigen. Der Abbau im Körper verläuft nach festen Regeln. Frauen bauen pro kg Körpergewicht stündlich ca. 0,085 g Alkohol ab, Männer 0,1 g.

Gibt es bekannte Probleme mit dem Konsum von Alkohol?

Der Konsum von Alkohol bringt nicht nur gesundheitliche, sondern auch gesellschaftliche Probleme sowie Beziehungsprobleme mit sich. Schlechtere Schul- bzw. Arbeitsleistungen, Steigerung der Aggressivität, finanzielle Probleme, Gefährdung der Sicherheit im Straßenverkehr, ungeschützter Geschlechtsverkehr, ungewollte Sexualerlebnisse (sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung) können Folgen sein. Alkohol bewirkt eine höhere Bereitschaft zu Gewalt, Betrug und Diebstahl.

Dabei gehen die riskant trinkenden Jugendlichen ein hohes Risiko ein:
Hohe Dosen Alkohol können die Pubertät und das Knochenwachstum verzögern sowie die Knochenhärte reduzieren.
Die Folgen übermäßigen Alkoholkonsums auf Leber und übrige Organe sind langfristig lebensbedrohlich. Das jugendliche Gehirn ist, auch was die Suchtentwicklung angeht, lernfähiger als ein "erwachsenes Gehirn", d.h. eine Alkoholabhängigkeit kann früher und schneller entstehen.

Jugendliche müssen lernen, ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren, denn Alkohol ist in unserer Gesellschaft überall präsent. Wer dabei nicht lernt sich abzugrenzen, ist schnell gefährdet.

Können auch junge Menschen von Alkohol abhängig werden?

Grundsätzlich entsteht eine Abhängigkeitserkrankung (die behandelt werden kann und muss) durch das Abhängigkeitspotential (Toxikamie) des Stoffes, der Dosis und der Häufigkeit des Konsums. Wer regelmäßig (z.B. täglich) auch geringe Mengen trinkt ist, ebenso zumindest gefährdet abhängig zu sein, wie der, der gelegentlich (z.B. einmal monatlich) einen Vollrausch hat.

Wichtig ist auch, wozu der Alkohol eingesetzt wird. Was das meist emotionale Ziel ist. Also welche Gründe verstärkt oder unterdrückt werden sollen. Je mehr diese Gefühle manipuliert werden, egal ob vermindert oder gepuscht, entsteht eine psychische Abhängigkeit. Beim Alkohol kommt noch eine körperliche Abhängigkeit dazu, die sich meist erst beim Absetzen des Konsums (Abstinenz) schmerzhaft bemerkbar macht (Entzugserscheinungen).

Besonders wenn zum Alkoholkonsum noch andere Drogen dazugenommen werden, entstehen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten schneller.

Gibt es Zusammenhänge in der Wirkung von Alkohol und anderen Substanzen?

Die Kombination von Alkohol mit anderen atemdepressiven Drogen (z.B. Opiate, GHB, Ketamin, PCP) und/oder Medikamenten (z.B. Benzodiazepine, Barbiturate) kann zu gefährlichen Überdosierungen und zum Tod durch Ersticken führen (Wechselwirkung). Beim gleichzeitigen Konsum von Alkohol und Cannabis überdeckt der Alkohol die Cannabiswirkung. Alkohol begünstigt den Selbstüberschätzungseffekt von aufputschenden Substanzen (z.B. Kokain, Speed, Ecstasy) und erhöht die Austrocknungsgefahr des Körpers.

Wie ist die Rechtslage zum Thema Alkohol?

Alkoholische Getränke gehören als Genussmittel gesetzlich zu den Lebensmitteln. Wer mit Alkohol am Steuer auffällt, bekommt Probleme mit dem Führerschein. Ab 0,5 Promille wird ein Fahrverbot erteilt. Ab 1,6 Promille wird die Fahrerlaubnis entzogen und eine medizinisch-psychologische Begutachtung angeordnet. In diesen Fällen wird von einer Alkoholabhängigkeit ausgegangen und Alkoholabhängige gelten als nicht geeignet zum Führen eines KFZ. Die o.g. Promillegrenzen gelten auch, wenn man mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnimmt!
Kindern und Jugendlichen unter sechzehn Jahren ist es untersagt, in der Öffentlichkeit alkoholische Getränke zu verzehren. Dies gilt nicht, wenn Jugendliche von Eltern oder Erziehern begleitet werden.

Welche Tipps gibt es zum Umgang mit Alkohol?

Den Konsum von Alkohol müssen besonders junge Menschen lernen. Dabei gilt es ein individuelles Verhalten zu erlernen, um die gewollten Effekte des Alkohols zu erleben (z.B. Lockerung), ohne die oft unangenehmen negativen Effekte (z.B. Übelkeit) verarbeiten zu müssen.

„Weiche“ Konsummuster sind zu favorisieren (gelegentlicher, geringer Konsum) und „harte“ Konsummuster (regelmäßige, große Konsummengen, „Kampftrinken“, „Kommasaufen“) sind unbedingt zu vermeiden.

Hinweise zu einem risikomindernden Gebrauch sind:
Alkohol sollte nicht auf leeren Magen und nur in geringen Dosen/Mengen getrunken werden.
Der Mischkonsum verschiedener alkoholischer Getränke kann den Kater verstärken.
Es sollten regelmäßig Konsumpausen eingelegt werden.
Alkohol nicht gleichzeitig mit anderen Drogen konsumieren.
Beim Sex sollte man Kondome benutzen!
Unter Alkoholeinfluss nicht Auto fahren!
Während der Schwangerschaft und Still-Zeit sollte man Alkohol, Drogen und Medikamente meiden, um das Kind nicht zu schädigen.

Wo können solche Fragen, auch sehr vertieft, beantwortet werden?

Fast überall gibt es Sucht- und Jugend- und Drogenberatungsstellen. In Mainz ist dies die

Jugend- und Drogenberatung
BRÜCKE

Münsterstraße 31
55116 Mainz
Telefon 234577

und jeder aus Mainz kann dort in einem persönlichen Gespräch, absolut anonym und kostenlos beraten werden.
Dabei kann auch genau auf Deine persönliche Situation eingegangen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben auch Materialien, die sie auch zur Verfügung stellen.

Wo kann ich Unterstützung bekommen, wenn ich jemand helfen will, seinen Alkoholkonsum zu ändern oder einem Abhängigen einen Weg aus der Sucht zu zeigen?

Das ist oft nicht einfach und daher sollte man sich so früh wie möglich Unterstützung durch Fachleute holen. Wenn nichts getan wird, entsteht oft eine sogenannte Co-Abhängigkeit, die die eigentliche Abhängigkeit nur verstärkt und verlängert. Daher ist es fast immer wichtig, sich auch als Freundin, Freund oder Angehöriger früh professionelle Hilfe zu sichern. In Mainz z.B.:

Jugend- und Drogenberatung
BRÜCKE

Münsterstraße 31
55116 Mainz
Telefon 234577